Und die Einfallslosigkeit nimmt zu.

Auf Grund der Umstände dass auch das Jüngste meiner Enkelkinder mittlerweile die Fähigkeit des Lesens erworben hat durchforste ich immer wieder den Büchermarkt nach passender Literatur und bin regelmäßig enttäuscht und frustriert.Entweder ist der Inhalt (angeblich pädagogisch wertvoll) so seicht dass sich selbst die Teletabbis  noch als Räuberbande darstellen oder so vollgepfropft mit Fachwörtern dass man den Eindruck bekommt die kleinen Lese- Debütanten sollen schon im zarten Kindesalter zu Professoren hochgezüchtet werden. Wenn sich doch mal etwas Lesestoff findet der für Kinder geeignet ist dann erschreckt mich die Einfallslosigkeit der Autoren. Sie scheinen keine eigenen Ideen mehr zu haben. In den vergangenen Wochen habe ich mir mehrere Inhaltsangaben durchgelesen , von Kinderbüchern die relativ frisch auf dem Markt sind. Fast alle erinnern mich an Bücher die ich in meiner Kindheit schon gelesen habe,einige ändern lediglich die Namen des /der Protagonisten doch die Handlung als solches ist 1+1 kopiert,nur mit umgenannten Handlungsorten. Für mich ist das unakzeptabel ; wenn man viele dieser neuen literarischen Ergüsse mal gründlich prüfte dann müsste das Urteil zumindest „nahe am Plagiat“ lauten.

Noch schlimmer sind die ,die den alten Lesestoff nehmen und versuchen in die heutige Zeit 1+1 zu übertragen. Weil das schier unmöglich ist werden diese Geschichten dann bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt nur damit sie ins Einundzwanzigste Jahrhundert passen.

Wie sehr ich „meine“ Lieblingsautoren doch vermisse !

Astrid Lindgren, Rolf Ulrici, Enid Blyton, Johanna Spyri und natürlich Karl May , der Kultschriftsteller schlechthin.

Doch nicht nur bei Kinderbüchern trifft man auf das Phänomen der Einfallslosigkeit….

Ich kann mich noch an Bücher erinnern die zwar einen biografisch angehauchten Titel führten wie z. B. Desiree,Elzelina, Edith und die Tagebücher der Angelika S. doch sie erzählten immer Geschichten mit Tiefgang.

340 256 ¿32 081
unsere offene Bücherei

Wir haben hier seit ein paar Jahren ein „offenes Bücherregal“ , da kann man Bücher einstellen oder mitnehmen. Anfangs standen dort noch lesenswerte Bücher die deutlich erkennbare Gebrauchsspuren zeigten , als Zeichen dass sie viel gelesen wurden,mittlerweile findet man dort immer öfter biografische Bücher , fast neu , sie scheinen über das Lesen des Klappentextes nicht hinausgekommen zu sein.

Titel wie : Nina , Ina , Dora, und die ganze Namentabelle rauf und runter . Der Inhalt immer der gleiche : Herzschmerz, enttäuschte Liebe, fürchterliches Elternhaus ,und ein verpfuschtes Leben ; und weil das heute ja im Trend zu sein scheint sind dann auch immer ,immer nur die anderen schuld.

Mir hat vor längerer Zeit mal jemand gesagt “ wenn du richtig gutes Geld verdienen willst schreib eine Biographie über dein Leben , schmücke sie mit dem skandalösesten aus was dir einfällt und du hast ausgesorgt.“ Ich hielt das für einen Witz doch wenn ich so durch die Neuerscheinungen gucke,die in meiner Lieblingsbuchhandlung ausgestellt sind dann stelle ich fest diese Person hat recht … es scheint wirklich  eine vom Voyeurismus geprägte Leserschaft zu geben die sich mehr für das Leben anderer interessieren als für ihr eigenes.Kommen wir zur dritten Kategorie Bücher , die überall wie Pilze aus dem Boden schießen…

“ ei,ei,ei, Verpoorten ,Ratgeber aller orten..“

 

und aller Kategorien. Man könnte fast annehmen daß die neue Menschheit unfähig ist ein Leben selbstständig zu meistern. Da gibt es Ratgeber in Haushaltsführung, Kindererziehung , Hundeerziehung etc.

“ Wie putze ich meine Wohnung?“ … Verzeihung, aber ich habe das von meiner Mutter gelernt und meine Kinder von mir.

“ Haushaltsführung leicht gemacht “ …das ist doch Grundwissen das man von zu hause aus mitbringt.

“ Die Super-Nanny “ die innerhalb weniger Stunden komplett durchgeknallte Kinder in den Griff kriegt. Diese TV-Sendung  hat mir Lachkrämpfe verpasst.Meine beiden jüngeren Söhne waren mit mir einer Meinung : hätte diese Nanny mit den beiden zu tun gehabt , sie wäre sicher schreiend aus dem Haus gelaufen. Aber ihre Bücher werden erfolgreich verkauft. Man kann auch aus Sch…e noch Geld machen.

Ich frage mich allen ernstes wann der erste Ratgeber “ Wie kleide ich mich richtig an“ oder “ wie esse ich richtig“  auf den Markt kommt, und ich meine jetzt nicht die Styling-Tipps  und Ernährungsberater.

Gute Bücher ….

werden sicher immer noch geschrieben doch um diese zu finden muss man ernsthaft suchen. Dabei sollte man nicht all zuviel auf Rezensionen geben weil diese in erster Linie ja die Meinung des einen Lesers beinhalten.

buch-rose

 

Ein gutes Buch kauft man immer nach Gefühl