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Du siehst die Welt nicht so wie sie ist, du siehst die Welt so wie du bist. Mooji

Monat

Februar 2016

Schreiben gegen Rechts – Blogparade

gemeinsam sind wir stark

Bunt und farbenfroh ...

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Ich habe Angst: Angst davor, dass mein Neffe eines Tages vor mir steht und fragt: „Warum hast du nichts getan?“ Ich habe Angst, dass mir meine Schwägerin erzählt, dass sie nicht mehr einzukaufen kann, weil es zu gefährlich geworden ist. Ich habe Angst von meinem Bruder zu hören, dass er sich nur noch heimlich mit seinen Freunden treffen kann. Ich habe Angst, dass mir meine Töchter von ihren kranken Kindern erzählen, weil sie mit der Disziplin und Autorität in der Grundschule nicht klar kommen. Und ich habe Angst, dass es meinen Blog nicht mehr gibt, weil er wegen staatsgefährdenden Inhalten vom Netz genommen wurde. Die größte Angst habe ich vor all denjenigen, die keine Angst haben. Denjenigen die derzeitige politische Entwicklungen kopfschüttelnd verfolgen, hoffen, dass es schon vorbei geht und – nichts tun!

Im ersten Absatz stehen allein vier Forderungen eines öffentlichen Wahlprogramms, die realisiert werden würden, wenn eine gewisse…

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mode, die unsichtbare diktatorin

ein literarisches Meisterwerk wird das hier jetzt nicht aber ich will ja auch keinen Literaturpreis sondern nur meinen Frust loswerden .

 

Ich brauche ein paar neue Schuhe, bequeme Schuhe wohlgemerkt. Schuhe die ansehnlich sind. Früher war das kein Problem, mein Stammgeschäft hatte eine gute Auswahl unterschiedlichster Modelle. Es war ja auch ein Fachgeschäft ,nur Schuhe und …na ja … Handtaschen und ein paar Accessoires zum aufpeppen . Nun habe ich , trotz einer durchaus geläufigen Größe dass Problem mit der Weite.

Ob Deichmann , Reno, Quickschuh und wie sie alle heißen, für meinen Bedarf ist da nicht viel. Zu hohe Absätze …. das liegt aber voll im Trend ! Hilft mir nicht weiter, ich kann auf diesen Stelzen nicht laufen. Immerhin stehe ich auf meinen Beinen seit 63 Jahren und das ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen. Dreißig Jahre täglich acht bis zehn Stunden im Betrieb stehen , noch dazu in diesen schweren Sicherheitsschuhen ,da hat man keine Model-Beine mehr. Die hatte ich ohnehin nie. Vier Schwangerschaften hinterlassen ihre Spuren. Mein Moppel-Ich und meine Beine haben andere Bedürfnisse. Dann versuchen wir es doch mal mit diesen Ballerinas. Um Himmelswillen , was soll ich denn damit ? Ich brauche Schuhe die auch was aushalten und nicht zur Dekoration ! Warum haben diese Modelle eigentlich alle solche unelastischen Satinpaspeln ? Wo bleibt die Bequemlichkeit ? Jeder Schuh den ich anprobiere scheint in dem Moment wenn mein Fuß drin steckt zu schrumpfen.

Für welches Klientel sind diese Dinger zugeschnitten ? Gibt’s denn nur noch magersüchtige Hungerhaken oder will man uns mit Gewalt in diese Richtung züchten ?Also wieder Sportschuh Marke Aldi .

Wo sind meine guten alten bequemen Mokassins ??

 

Mit Oberbekleidung verhält es sich ebenso. Ich brauch nun mal etwas mehr in der breite dafür weniger in der länge. Das wird schwierig , sind doch Modelle a la Heidi Klump und Karl Lagerfeld angesagt. Realitätsfern ! Die Frau ‚ auf der Straße ‚ hat diese Gardemaße nicht. Wir sind : groß , klein , dick , dünn … wenig Busen , mehr Hüfte, viel Busen , runder Po , alle Spielarten der Natur .

Dafür wird aber Mode nicht gemacht. Norm ist angesagt ,mit dem Erfolg dass man auf der Straße die Frauen nicht mehr unterscheiden kann ,alle sehen gleich aus abgesehen von Frauen wie mich , Ritter Sport Figur …. quadratisch, praktisch , gut . Und doch , ich hätte gerne auch in unseren *Gardemaßen* etwas mehr Abwechslung und Farbenfreude. Dazu kommt jetzt noch das Alter. Wer von euch hat schon mal ein Modeprospekt, einen Versandhauskatalog gesehen , in dem die Models Falten und Doppelkinn haben ? Grauhaarige , ja , da wird schon mal künstlich nachgeholfen , doch ein gutes Auge erkennt dass auch ein angegrautes Model nicht unbedingt *alt* ist. Selbst Modegeschäfte die Kleidung für Frauen mit Format ( Dick sagt man nicht) anbieten endet  die große Größe  häufig bei Konfektionsgröße 46 und die Models sehen alle aus wie das blühende Leben, jung und spritzig. Vorsicht bei Größen die mit XS beginnen und bei XXL enden. XS ist bei allen Modelabels die Größe für lebendige Knochenmobiles oder Frauen mit Manga-Figur. Die übrigen sind je nach Label unterschiedlich ….bei  Takko bedeutet XXL = 44, KiK ist da etwas flexibler , da ist die Passform abhängig vom Schnitt . Mode die eindeutig für Frauen mit Format geschnitten wurde ist manchmal spätestens nach der dritten Wäsche lappig und unansehnlich.

Über Dessous brauchen wir gar nicht erst zu reden. Ab einer bestimmten Größe sind die nur noch für die Tonne. “ Guck mal , da gibt’s Hipster und String in Größe 48 / 50 “ Halloooo , macht sich mal einer Gedanken darüber wie diese Teile bei einer starken Frau wirken? Das kann ja wohl nicht euer Ernst sein , liebe Modezaren. Wir dürfen ruhig mit unseren Reizen etwas geizen bevor diese tollen Kleidungsstücke anfangen unsere Haut zu reizen. Nichts desto trotz darf auch unsere Wäsche etwas adretter sein. Und wie war das mit der Aussage : was drunter ist sieht ja keiner ?! Wer jemals einen schlecht sitzenden BH getragen hat kann ein Lied davon singen dass auch das Darüber nicht ordentlich sitzt. Das gilt auch für schlecht geschnittene Höschen. Kennen sicher ganz viele .

Kommen wir zum Make Up … Du kannst dein ganzes Leben lang noch so viele Tiegel mit Aufbau- Tages – Nacht- und sonstige Cremes auftragen , das ist Geldverschwendung , die Falten sind dir gewiss. Die einen Früher die Anderen später aber immer mit Garantie. Da hilft kein Spachteln an der Fassade …. begnügt euch doch einfach mit einer guten Pflegecreme die die Haut mit Nährstoffen versorgt , das reicht.

Ausreichen Schlaf, ausgewogene Ernährung , gründliche Reinigung, dann ist schon ganz viel für die Hautpflege getan. Und , ganz besonders wichtig ! eine gesunde Portion Selbstbewusstsein. Dreimal täglich beim Blick in den Spiegel : ICH BIN SCHÖN ,das wirkt.

Gute Laune macht schön !

 

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Alles dreht sich ums essen

 

 

 

Sonntag , mein Magen erzählt mir dass er gefüllt werden möchte. Verflixt, ich hab vergessen etwas aus der Kühltruhe zu holen. Nun hab ich ja keine eigene, so dass ich meine zu kühlenden Lebensmittel bei meiner Schwiegertochter in spe einlagere. Aber am Sonntag mag ich sie nicht belästigen, der Tag gehört der Familie . Also jetzt heißt es improvisieren. Im Kühlschrank lagern noch ein paar Eier und ein Paket Bacon , im Schrank Semmelknödel von “ Feinkost Aldi “ mit Pilzen und ein dreierpack Bratensoße .

So mache ich mich ans Werk : Eier schaumig schlagen, Baconstreifen  in der Pfanne kross braten , ein paar Zwiebelwürfel für den verbesserten Geschmack ( ohne Zwiebel oder Knoblauch geht gar nichts) glasig schmoren , die aufgeschlagenen Eier in die Pfanne geben und stocken lassen , am besten auf mittlerer Hitze, sonst werden die Eier schwarz und zu viele Röstaromen sind bekanntlich schädlich .Sowie die Eimasse etwas fester geworden ist mit dem Pfannenheber wenden und von der anderen Seite ebenfalls braten , anschließend in Omelett-Form auf den Teller drapieren.

Für die Knödel einen Topf mit kaltem Wasser aufstellen, zwei bis drei Klöße in den Topf geben , und nach Anweisung fertig garen. Bratensoße in einen Topf mit einem viertel Liter Wasser verrühren und aufkochen , ein kleiner Schuss Milch macht aus jeder Bratensoße eine „Rahmsoße“ …

So wie alles fertig ist , das Essen auf einem Teller anrichten , fotografieren, bei Facebook posten und dann essen. Zum Nachtisch gibt’s dann noch Paradiescreme Vanille mit Ahornsirup. Die Diätgedanken verschieben wir auf später . Wer’s nachkocht bitte Rückmeldung ob es gemundet hat .

GUTEN APPETIT

 

 

 

 

 

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HOLZAUGE SEI WACHSAM

aber nicht mehr heute…. jetzt muss ich schlafen

 

Das Volk? Ihr seid die Parallelgesellschaft! – über Clausnitz, Hetze und Wut

Quelle: Das Volk? Ihr seid die Parallelgesellschaft! – über Clausnitz, Hetze und Wut

schlaflos

Wer kennt das auch ? Du wirst nachts um drei wach und kannst nicht wieder einschlafen obwohl du müde wie ein Hund bist ? Alle Hausmittelchen die so empfohlen werden sind wirkungslos. Weder kalte Fußduschen noch warme Milch mit Honig ; ein Buch lesen , sich aufs schlafen konzentrieren , alles nur Mythos ,alles wirkungslos.

Draußen pfeift der Wind durch alle Ritzen und Lüftungsrohre, ab und zu blitzt ein Stück Mond durch die Wolken. Ich würde ja gerne einmal um den Block laufen , allein der Sprühregen hindert mich dran. Früher war das mal anders aber man ist ja keine zwanzig mehr. Alternativ geht ja auch das offene Fenster. Von  weitem kann man die Geräusche der Autobahn hören. Irgendwo im Haus piepst ein Wecker …. Ich beneide seinen Besitzer um seinen Tiefschlaf .

Mittlerweile ist es wirklich Zeit zum aufstehen , jedenfalls für die werktätige Gesellschaft. Der Bäcker fährt die Brötchen aus, irgendwo wird Kaffee gebrüht , der Geruch dringt bis zu mir . Ich glaub das ist eine gute Idee, die Brötchen brauch ich noch nicht ,ich bin kein Frühstücksmensch , aber der Kaffee macht mich vielleicht etwas munterer. Mein Doc meint zwar das wäre Einbildung doch das ist mir jetzt egal .

Vielleicht hat meine Freundin ja recht wenn sie sagt meine Schlaflosigkeit käme daher dass ich nicht ausgelastet bin. Seit meiner Frühverrentung hab ich ja nicht mehr viel zu tun. Aber ehrenamtlich im Altenheim möchte ich auch nicht gerade , ich weiß auch so worauf ich hinsteuere  .

warum ich das hier schreibe ? weil ich keine Zettelwirtschaft rumliegen haben will. Früher hab ich mich immer hingesetzt und alles zu Papier gebracht , anschließend dann die Zettel irgendwo hingelegt und später entsorgt.

Der Wind pfeift immer noch ums Haus …… ich mach mir jetzt Kaffee.

 

 

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Beim Chinamann

nochmal essen gehen , das fände ich wirklich toll. zum ersten mal waren wir mit der ganzen Truppe vom EDV -Seminar für ein Abschiedsessen dort. Weil es an einem Donnerstag war gab es was man heute “ all you can eat “ nennt. Es war allerdings noch zu DM-Zeiten, als das Geld noch einen Wert hatte. wir waren so ca. 25 Leute aber es hätten auch doppelt so viele sein können und sie wären alle satt geworden. Eigentlich hatten wir nur eine Stunde Pause doch da unser Seminarleiter mit eingeladen war wurden dann doch fast drei draus.

Begrüßt wurden wir vom Inhaber-Ehepaar  persönlich . Nette freundliche Leute die sich redlich bemühten es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Obwohl alles frisch zubereitet wurde mussten wir nicht lange auf unser Essen warten. Leider hat sich dieser Trupp mit den Jahren aus den Augen verloren. Trotz “ wir bleiben in Kontakt “ wurden die Treffen immer seltener bis sie irgendwann ganz aufhörten.

Jahre später luden  mein Sohn und seine Lebensgefährtin mich nochmal zum Essen in dieses Lokal ein. Ein Erlebnis das sich leider nicht wiederholen lässt. Diese Lebensgefährtin verstarb vor zwei Jahren an Krebs.

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Alles was bleibt ist Erinnerung.

….und etwas Wehmut

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Mein Lieblingscafé .

Hier traf man sich am Wochenende oder nach Feierabend. Entweder mit Freunden ; mit der ersten großen Liebe . Ab und zu auch mal ein Alleingang um dem heimischen Chaos zu entkommen. Nach der Berufsschule konnte man hier in aller Ruhe Hausaufgaben machen. Eine mittlere Cola und drei Strohhalme, ein großes Rosinenbrötchen ,ebenfalls durch drei geteilt , hier war das kein Problem. Die Wirtin hatte Verständnis dafür dass Schüler wenig Geld hatten. Während ich hier schreibe fällt mir wieder  eine Anekdote ein die mir meine Mutter aus ihrer Jugend im alten Berlin erzählt hat.

Immer wenn sie morgens gemeinsam mit ihrer Freundin zur Arbeit ging kamen sie auch am Café Kranzler vorbei . Dort waren im Frühjahr und  Sommer die Tische des Gartenlokals für Frühstücksgäste eingedeckt , unter anderem standen dort immer Körbchen mit Brötchen. Jedes Mal  wenn die beiden Frauen an dem Café vorbei kamen, und niemand sie beobachtete, bissen sie in die Brötchen und legten sie mit der angebissenen Seite nach unten wieder ins Körbchen zurück. Erwischt wurden sie nie. Die Geschichte ist 84 Jahre her und somit verjährt . 🙂

Vor einigen Jahren, als ich in einer Hotelküche gearbeitet habe berichtete mir meine Chefin von einer Frau die dort zu Gast war ,dass diese ihr eine ganz ähnliche Geschichte erzählt hatte. Leider war sie schon abgereist und so erfuhren wir nie ob es sich um die Freundin meiner Mutter gehandelt hat. Möglich wäre es gewesen ,die Erzählungen beider Frauen ähnelten sich zu sehr als dass es ein Zufall hätte sein können.

Lang ist’s her und auch mein Café steht musste der Modernisierung weichen. Heute findet man überwiegend nur noch Bäckereishops mit Stehtischen für den schnellen Kaffee. Solche Lokalitäten sind meist ungemütlich und laden nicht gerade zum längeren Verweilen ein .Ich glaube das ist so gewollt. Man möchte heute keine Stammgäste mehr sondern möglichst viele Laufkunden . Ein Stück Lebensqualität welches auf dem Altar des Profits geopfert wird.

Coffee to go ist der Trend. Die leeren Pappbecher liegen dann später überall in der Landschaft herum.

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Darf es ein wenig Bildung sein? gefunden auf Chroniknet

Aufstiegschancen bleiben weiterhin wenigen vorbehalten

Bildung 1923:

Trotz der bildungs- und schulreformerischen Bestrebungen der Nachkriegsjahre sind die Strukturen des deutschen Schulsystems – schichtenspezifische Auslese und Konfessionsgebundenheit – weitgehend unangetastet geblieben. Allerdings hat sich die Exklusivität der Hochschulbildung zugunsten des Mittelstands gelockert.

So ist die gegenüber dem Vorkriegsstand deutliche Zunahme der an deutschen Universitäten immatrikulierten Studenten (Sommersemester 1913: 60 061 , Sommersemester 1923: 85 394 ) auf den wachsenden Anteil der Studentinnen (von 3368 im Sommersemester 1913 auf 8763 im Sommersemester 1923), besonders jedoch auf die neue soziale Zusammensetzung der Studentenschaft zurückzuführen. Während sich vor dem Weltkrieg ein beträchtlicher Teil der Studenten aus der Oberschicht rekrutierte, stellt nun der Mittelstand die überwiegende Mehrheit des akademischen Nachwuchses. Damit zusammenhängend ist auch das neuartige Phänomen des sog. Werkstudenten entstanden. Infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegsjahre, die nicht zuletzt den Mittelstand belasten, ist ein großer Teil der Studenten gezwungen, das Studium selbst zu finanzieren (660 000 Werkstudenten im Sommersemester 1922).

Am 13. April schildert Preußens Kultusminister Otto Boelitz im Hauptausschuss des preußischen Landtags die schwierige Lage der Studenten. Hunger und Entbehrung seien das Los des weitaus größten Teils der akademischen Jugend. Eine Reihe von Studenten müsste oft mitten im Studium aus Not die Universität verlassen. Ferner weist Boelitz auf die Gefahr des Brotstudiums hin: Die Beschäftigung mit dem, was nicht für das Examen nötig sei, trete zurück.

Schulreformerische Initiativen, besonders der Länder mit sozialdemokratischer Regierungsbeteiligung (Preußen u.a.), konnten die zugunsten der Einheitsschule angestrebte Aufhebung der schichtenspezifisch vertikalen Dreigliedrigkeit des Schulsystems – Volksschule, Mittelschule, Höhere Schule – bislang nicht durchsetzen. Zwar wurde im Jahre 1920 die vierklassige gemeinsame Grundschule eingeführt, jedoch besucht die Masse der Schüler nach wie vor die Volksschule (1921/22: 8 930 070 ). Rund 40% dieser Schüler erreichen das ohnehin niedrig gesteckte Schulziel der öffentlichen Volksschulen jedoch nicht, was u. a. auf die ungünstigen Unterrichtsbedingungen zurückzuführen ist. Hohe Klassenfrequenzen – 1921/22 sind 55,6% der Klassen mit mehr als 40 Schülern besetzt – und die mangelhafte Ausstattung mit Lehrkräften – auf eine Lehrkraft kommen 1921/22 durchschnittlich 45,4 Schüler – prägen die Situation an den öffentlichen Volksschulen. Nur eine kleine Minderheit der Schüler (rund 6,5%) besucht eine Mittelschule (1921/22: 329 344 ) oder eine der Höheren Schulen (1921/22: 751 442 ). Lediglich 4% der Schülerpopulation an den Höheren Schulen stammen aus Arbeiterfamilien, die überwältigende Mehrheit rekrutiert sich aus Ober- und Mittelschicht.

Das dreigliedrige Schulsystem bietet nach Durchlaufen der Grundschule nur wenigen eine Aufstiegsmöglichkeit und zementiert damit die gesellschaftliche Schichtung. Auf den energischen Widerstand der evangelischen und katholischen Elternschaft stoßen die Bestrebungen zur Entkonfessionalisierung besonders der preußischen Schulpolitik, die eine weltliche Regelschule anstrebt. Am 10. April 1923 werden in Berlin die ersten acht weltlichen Schulen eröffnet. Diese sog. Sammelschulen stehen Kindern offen, die nicht an dem ansonsten obligatorischen Religionsunterricht teilnehmen wollen. Die Bekenntnisschulen beherrschen jedoch nach wie vor das Feld (im Deutschen Reich gibt es 1921/22 29 439 evangelische, 15 009 katholische und 207 jüdische Bekenntnisschulen).

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